AKTIONSIDEE:Flüchtlingszelt

Wenn man die Heimat verlassen muss: Setzt ein Zeichen gegen Vorurteile!

© Wipfler/MISEREOR

Die Idee

Alle vier Sekunden ist ein Mensch gezwungen, sein Zuhause zu verlassen und zu fliehen – weltweit. Viele suchen Zuflucht in einer anderen Region im eigenen Land oder im Nachbarland. Dennoch steigt auch die Zahl der geflüchteten Menschen, die hier bei uns ankommen. Vielleicht sind auch an eurer Schule Kinder und Jugendliche angekommen, die fliehen mussten.
Viele Menschen engagieren sich zur Unterstützung von Geflüchteten. Doch die Diskussion in der Öffentlichkeit wird auch von Unsicherheit, Ängsten und Vorurteilen bestimmt. Flüchtlinge sind aber nicht in erster Linie ein „Problem“ – sondern es sind Menschen! Viele haben großes Leid erfahren. Baut ein Flüchtlingszelt in eurer Schule auf, um auf die schwierige Situation von Geflüchteten aufmerksam zu machen!

Lasst euch nicht verwirren – informiert euch!

Jede Woche neue Zahlen, eine Flut von Bildern und Kommentaren in den Medien und im Internet, Vorschläge, Forderungen, Parolen… Bildet euch selbst eine MEINUNG. Jeder Flüchtling hat einen persönlichen Weg hinter sich. MISEREOR steht geflüchteten Menschen auf diesem Weg bei. Mehr darüber, auch über Fluchtursachen und Hilfsprojekte, erfahrt ihr z.B. hier:
MISEREOR
Aktion Neue Nachbarn

Wichtig

Vielleicht habt ihr Mitschülerinnen und Mitschüler, die aus einem Krisengebiet geflohen sind. Sprecht daher über eure Pausenaktionsidee mit den Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern bzw. mit den Lehrkräften, die an Eurer Schule in den Vorbereitungsklassen oder Internationalen Förderklassen unterrichten. Diskutiert mit ihnen, ob und wie die Idee umsetzbar ist.

Falls sie der Meinung sind, dass jemand von euren neuen Mitschülerinnen und Mitschülern durch die Flucht traumatisiert ist, dann solltet ihr von der Aktion Flüchtlingszelt absehen und versuchen, sie auf andere Art zu unterstützen.

Die Durchführung

Baut ein provisorisches Flüchtlingszelt aus Tüchern, Stoffbahnen, Plastikbahnen, Latten oder Ästen. Legt oder stellt Ausstattungsstücke hinein: Kleidungsstücke, Teddy, Schuhe, Deo, Handy, Taschenlampe, Messer, Fotoalbum, Brotdose, Ausweise, einen kleinen Gaskocher, einen Wasserkanister, Isomatten, Rucksack oder Taschen, eine Packung Reis oder Tütensuppen, ….

Informiert neben dem Zelt, das auf dem Pausenhof oder im Schulfoyer errichtet werden kann, auf einer Stellwand über Fluchtursachen, Fluchtwege und das im deutschen Grundgesetz verankerte Asylrecht. Es empfiehlt sich, das Thema auch im Unterricht zu vertiefen.

Hängt ein weißes Plakat auf mit der Frage: „Was würdest du mitnehmen, wenn du fliehen müsstest?“ Darunter können eure Mitschülerinnen und Mitschüler notieren, wie sie ihren Fluchtrucksack füllen würden. Oder sie dürfen einen Rucksack packen: die Besucherinnen und Besucher am Zelt sollen sich austauschen und einigen, welche der im Zelt vorhandenen Gegenstände (alternativ könnt ihr auch Kärtchen mit entsprechenden Begriffen vorbereiten) sie in den Rucksack packen würden. Fragt hin und wieder nach, warum gerade dieser Gegenstand gewählt wurde und kommt so ins Gespräch. Auf einem weiteren Plakat können Wünsche oder (Für-) Bitten für Menschen auf der Flucht gesammelt werden.
Euer Zelt könnte auch mehrere Tage stehen bleiben und dann in jeder Pause frequentiert werden.
Alternative: Statt selbst ein Zelt zu bauen, könnt ihr auch ein einfaches (Kuppel-)Zelt nehmen, wie es viele Menschen auf ihrer Flucht verwenden.

Dokumentiert eure Pausenaktion unbedingt mit Fotos, damit auch andere davon erfahren. Hier könnt ihr die Fotos auch selbst hochladen. Wie wäre es mit einem Artikel für die Schülerzeitung oder die Schul-Homepage? Informiert auch die Lokalpresse!

Unser Tipp

Im Zusammenhang mit der Aktion könnt ihr – nach vorheriger Ankündigung – auch Schulmaterialien für Kinder und Jugendliche sammeln, die bei uns ein neues Zuhause suchen! Die Materialien gebt ihr nach Absprache bei der Caritas oder entsprechenden Einrichtungen ab.
Infos zur Schulmaterialsammlung